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BodenWasserRechner

Berechnung von Wasser-Retentionskurven nach Van Genuchten mit der Rosetta-PTF. Wissenschaftlich fundierte Bewässerungsplanung für die Praxis.

Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT)
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pF-Kurve erstellen

Berechnet die Wasser-Retentionskurve für eine Bodenart mit Van-Genuchten-Parametern aus der Rosetta-PTF. Inkl. Texturbereich als Bandbreite.

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Bewässerungsmenge berechnen

Ermittelt den aktuellen Bewässerungsbedarf auf Basis von Sensorwerten (pF, hPa, θ …) und bodenphysikalischen Parametern mit Gießplanung nach Green-Ampt.

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3 Bodenarten vergleichen

Stellt die pF-Kurven von bis zu drei verschiedenen Bodenarten in einem gemeinsamen Diagramm gegenüber und vergleicht FK, PWP und nFK.

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Erklärung & Hilfe

Hintergrundinformationen zur pF-Kurve, den Kennwerten FK und PWP sowie Schritt-für-Schritt-Anleitungen zur Bedienung des Rechners.

Wählen Sie für jede Spalte eine Bodenart aus oder geben Sie Texturanteile manuell ein. Mindestens eine Bodenart muss vollständig ausgefüllt sein.

Berechnung läuft…

pF-Kurven Vergleich

Was ist eine pF-Kurve?

Die pF-Kurve (auch Wasser-Retentionskurve oder Bodenfeuchte-Charakteristik) beschreibt den Zusammenhang zwischen dem volumetrischen Wassergehalt eines Bodens und der Saugspannung, mit der das Wasser festgehalten wird.

Der pF-Wert ist der dekadische Logarithmus der Wasserspannung in Zentimeter Wassersäule (hPa). Hohe pF-Werte bedeuten, dass Wasser sehr fest gebunden ist und von Pflanzen nur schwer aufgenommen werden kann.

Wichtige pF-Grenzwerte:
pF 1,8 = Feldkapazität (FK) – maximale Wasserspeicherung nach freier Drainierung
pF 4,2 = Permanenter Welkepunkt (PWP) – Wasser nicht mehr pflanzenverfügbar
Zwischen FK und PWP liegt die nutzbare Feldkapazität (nFK)

Van-Genuchten-Gleichung

Die pF-Kurve wird mathematisch durch die Van-Genuchten-Gleichung beschrieben:

θ(h) = θr + (θs − θr) / [1 + (α · h)n]m

wobei m = 1 − 1/n und:

  • θ(h) – volumetrischer Wassergehalt bei Saugspannung h
  • θr – residualer Wassergehalt (trockenster Zustand)
  • θs – gesättigter Wassergehalt
  • α – Skalenparameter (Lufteintrittspunkt, 1/cm)
  • n – Formparameter (Kurvensteilheit)

Rosetta PTF

Die Van-Genuchten-Parameter werden mit dem Rosetta-Modell (Pedotransfer-Funktion, Schaap et al.) aus Texturanteilen (Sand, Schluff, Ton) und optional der Trockenrohdichte berechnet. Rosetta ist ein neuronales Netz, trainiert auf einer umfangreichen Bodendatenbank.

Kennwerte

Feldkapazität (FK) – pF 1,8

Wassergehalt, den ein Boden nach vollständiger Sättigung und anschließender freier Drainierung über 2–3 Tage enthält. Oberhalb der FK fließt Wasser kapillar nach unten oder staut sich auf.

Permanenter Welkepunkt (PWP) – pF 4,2

Wassergehalt, bei dem Pflanzen dauerhaft welken, weil die Saugkraft der Wurzeln nicht mehr ausreicht, um Wasser aufzunehmen.

Nutzbare Feldkapazität (nFK)

Die Differenz zwischen FK und PWP gibt an, wie viel Wasser im Boden für Pflanzen verfügbar ist. Die nFK ist der zentrale Parameter für die Bewässerungsplanung.

Bedienung: pF-Kurve erstellen

  1. Bodenart aus der Dropdown-Liste wählen oder Texturanteile (Sand, Schluff, Ton in %) manuell eingeben.
  2. Optional: Trockenrohdichte (ϱt) angeben – verbessert die Genauigkeit der Rosetta-Berechnung.
  3. Auf „Berechnen & Anzeigen“ klicken.
  4. Das Diagramm zeigt die pF-Kurve; bei Auswahl einer Datenbankbodenart zusätzlich den Texturbereich als Bandbreite (5.–95. Perzentil).

Bedienung: Bewässerungsmenge berechnen

  1. Bodenart / Texturwerte eingeben (wie oben).
  2. Eingabemodus für den Sensorwert wählen: pF, hPa, mWS, θ (m³/m³), θ (%) oder nFK (%).
  3. Sensorwert, Wurzeltiefe, Bewässerungsziel (nFK%) und Feldfläche eingeben.
  4. „Berechnen“ klicken – die App berechnet zuerst die pF-Kurvenparameter, dann den Bewässerungsbedarf.
  5. Die Gießplanung nach Green-Ampt zeigt, wie viele Gießgänge empfohlen werden und wie lange die Pause zwischen den Gängen sein sollte.

Bedienung: 3 Bodenarten vergleichen

  1. In jede der drei Spalten eine Bodenart wählen oder Texturwerte eingeben (mindestens eine Spalte muss vollständig ausgefüllt sein).
  2. „Vergleichen“ klicken.
  3. Das Diagramm zeigt alle pF-Kurven überlagert; die Tabelle darunter vergleicht FK, PWP, nFK und die Rosetta-Parameter.

Gießplanung nach Green-Ampt

Die Green-Ampt-Methode (Green & Ampt, 1911) ist ein physikalisch begründetes Infiltrationsmodell, das beschreibt, wie schnell Wasser in den Boden eindringt. Es wird hier genutzt, um die optimale Aufteilung der Bewässerungsmenge in mehrere Gießgänge zu berechnen.

Grundprinzip

Green-Ampt nimmt an, dass eine scharfe Benetzungsfront mit konstantem Sättigungsgrad durch den Boden nach unten wandert („Pistenmodell“). Die Infiltrationsrate nimmt dabei mit zunehmender Eindringtiefe ab, weil der Kapillarsog des trockenen Bodens mit wachsender Wassertiefe schwächer wird.

Die Infiltrationsrate berechnet sich nach:

f*(t) = Ksat · (1 + Ψf · Δθ / F)

wobei:

  • Ksat – gesättigte hydraulische Leitfähigkeit [mm/h]
  • Ψf – mittlerer Kapillarsog an der Benetzungsfront [mm] ≈ 1/α · 10
  • Δθ = θs − θaktuell – Wassergehaltsdefizit (wie trocken ist der Boden)
  • F – kumulative Infiltrationstiefe [mm]

Kapillarsog Ψf aus Van-Genuchten-Parametern

Da Rosetta Van-Genuchten-Parameter liefert (α, n), wird der Kapillarsog approximiert durch:

Ψf ≈ (1/α) · 10  [mm]

Der Parameter α [1/cm] entspricht dem reziproken Lufteintrittspunkt (Bubbling Pressure). Diese Approximation ist in der Literatur etabliert (Morel-Seytoux et al. 1996) und für die Bewässerungsplanung ausreichend genau.

Warum mehrere Gießgänge?

Wenn die Beregnung intensität (mm/h) höher ist als Ksat, bildet sich Staunasse an der Oberfläche. Ab einer kritischen Infiltrationstiefe Fp (Ponding-Tiefe) beginnt die Bodenoberschicht zu sättigen:

Fp = Ksat · Ψf · Δθ / (R − Ksat)

Dabei ist R die Beregnungsrate [mm/h]. Liegt die gesamte Bewässerungsmenge über Fp, wird sie auf mehrere Gießgänge aufgeteilt.

Pausendauer (exakte GA-Lösung)

Die Pausendauer zwischen zwei Gießgängen entspricht der Zeit, die der Boden benötigt, um die gesamte Gabe eines Gießgangs zu infiltrieren. Diese wird durch die analytische Umkehrlösung der Green-Ampt-ODE berechnet (Chow et al. 1988):

t(F) = [F − Ψf · Δθ · ln(1 + F / (Ψf · Δθ))] / Ksat

Diese Formel berücksichtigt, dass die Infiltrationsrate zu Beginn sehr hoch ist (trockener Boden zieht stark) und erst asymptotisch gegen Ksat abfällt. Eine vereinfachte lineare Näherung (t = F/Ksat) würde die Pausendauer systematisch zu kurz schätzen.

Beispiel: Sandiger Lehm, Ksat = 5 mm/h, Beregnung = 15 mm/h, Wassergehaltsdefizit = 25 %, Bewässerungsbedarf = 30 mm.
→ Fp ≈ 10 mm → 3 Gießgänge à 10 mm
→ Pause (GA-exakt) ≈ 2,5 h  |  Pause (linear wäre) = 2,0 h  (zu kurz!)

Hinweise zur Genauigkeit

Die Berechnung basiert auf der Rosetta-PTF v3 (Schaap et al.). Die Genauigkeit hängt stark von der Qualität der Eingabedaten ab. Für präzise Bewässerungsplanung empfehlen wir die Validierung mit Labormessungen oder Tensiometer-Daten.

Verwendete Bodenarten

Die im Rechner verfügbaren Bodenarten basieren auf dem deutschen Bodenartendreieck nach Pätzold sowie der Klassifikation von Sponagel et al. (Bodenkundliche Kartieranleitung, KA5).

Literatur:
Sponagel, H. et al. (2005): Bodenkundliche Kartieranleitung (KA5), 5. Auflage. Hrsg.: Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR), Hannover.

Pätzold, S. (2002): Bodenartendreieck – Klassifikation der Bodenarten nach Textur gemäß deutscher Bodenkundlicher Kartieranleitung.